Eine Art Bauerngarten: Anleitung und Gedanken zur Gestaltung eines Staudenbeetes

„Ich sitze zusammen mit meiner Katze auf der Gartenbank und genieße den Tag“. So stelle ich mir mein Leben im Alter vor. Der Blick von der Gartenbank geht natürlich auf einen Garten aus Dahlien, Akeleien, Mohn, Phlox, Sonnenbraut, Stockrosen und Astern. Ziemlich genau so wie es in Kino-Filmen und Bildbänden als Garten liebevoll verfallener Bauernhöfe dargestellt wird: Die Sonne ist gerade hinter den Hügeln verschwunden. Der widerspenstige Bauer führt eine philosophische Diskussion mit seinem Hund und am Ende wird alles gut. Es ist also eher eine romantische Vorstellung eines Bauerngartens, als die eines tatsächlich existierenden Bauernhofes mit europaweiter Milchquote, endlosen Maisfeldern und Biogas-Anlage.

Bauerngarten 2013 (27)

Solch ein „romantischer Bauerngarten“ ist aus der Sicht des Gärtners ein Staudenbeet. Das Staudenbeet ist die Königsklasse des Gartens. Nach drei Jahren habe ich nun den Eindruck, dass normale Erfahrung hier nicht ausreicht. Wie hätte ich wissen können, dass der freundliche und zierliche Islandmohn bei mir so hoch wird wie der Rittersporn? Und war wirklich zu erwarten, dass der Seidenmohn die gleichen wunderschön zarten Blüten wie der Kalifornische Mohn hat, aber locker 150 Zentimeter hoch wird, bevor er blüht und zudem ohne Zögern die Lilien überwuchert?

Im Nutzgarten, muss man sicher auch viel lernen (so wie ich in den letzten Jahren mit den Tomatensorten), trotzdem hat man jedes Jahr eine neue Chance. Das Hochbeet für Salat und Kräuter habe ich nun jedes Jahr neu strukturiert. Das ist auch ohne Probleme möglich, weil eh alle Pflanzen in jedem Jahr neu sind. Ein Staudenbeet ist das genaue Gegenteil davon. Die Pflanzen bleiben und Pflanzungen, die nicht funktionieren – ich will gar nicht von Fehlern reden, man macht es ja so gut, wie man kann – kommen jedes Jahr wieder und funktionieren jedes Jahr erneut nicht. Daher muss man im Staudenbeet viel intensiver nachdenken, wie es denn werden soll, als an anderen Stellen des Gartens. Dabei sind Stauden an sich weder kompliziert noch divenhaft. Ganz im Gegenteil, Stauden sind wunderbar zuverlässige und dauerhafte Gäste im Garten. Das ist der Grund, weshalb man so sorgsam mit ihnen umgehen sollte: Sie bleiben für lange und erfreuen den Gärtner jedes Jahr aufs Neue!

Der Sommer mit Eibe ist die Vorarbeit zu meinem Bauerngarten gewesen. Nachdem die Eibe nun versetzt ist, ist es an der Zeit davon zu berichten, wie es mit dem Plan für das Bauerngarten-Staudenbeet weiterging. Da ich aus der Retrospektive schreibe – das Beet geht jetzt in den dritten Frühling und das meiste ist getan – kann ich mit den Irrungen und Wirrungen gnädig umgehen und mich eher auf die Lösungen konzentrieren.

 

Der Anfang: Die Idee und ein Pflanzplan

Der Anfang des Staudenbeetes ist die Idee und nicht das Umgraben!

Wie soll die Fläche denn aussehen, wenn alles fertig ist? Erst einmal ist es egal, ob ich das Projekt „Beet“, „Bauerngarten“ oder „Blumenwiese“ nenne. Die Frage ist: Wie soll es im nächsten Jahr aussehen? Besuche in anderen Gärten helfen herauszufinden, was man selbst schön findet und wie man es lieber nicht haben will. Wenn man dann ungefähr weiß, wie es werden soll, fängt man an eine Skizze zu machen. Das muss weder maßstabsgetreu noch künstlerisch wertvoll sein. Einfach ein großer Zettel und irgendeinen Kringel, Klecks oder Kreuz für jede Pflanze, die mal dort wachsen soll. Die beste Zeit dafür sind der Spätsommer oder der Herbst, wenn man sehen kann, was wo gewachsen ist und was man ändern möchte.

Bauerngarten 2011 (14)

Mein Bauerngarten hat keine klassisch geometrische Form. Er besteht aus vier Teilen. Eine kleinere schattige „Hälfte“, eine größere vollsonnige „Hälfte“, ein Weg, der die beiden Hälften trennt und zu einer Gartenbank führt, sowie der Bereich rund um diese Gartenbank.

Für diese Anordnung male ich also einen Pflanzplan und sortiere die Pflanzen ein, die ich schon habe oder noch kaufen möchte. Anfangs kenne ich gar nicht alle Pflanzen, die ich mittlerweile habe. Daher ist es gar kein Fehler noch Platz zu lassen, für das, was man im Laufe des Jahres kennenlernt.

Für meinen Bauerngarten notiere ich mir folgende Pflanzen:

  • Frühling & Sommer:
    Akelei, Bartnelke, Sonnenhut, Hortensien, Kalifornischer Mohn, Königskerze, Löwenmäulchen, Nachtkerze, Pfingstrose, Phlox, Rittersporn, Sterndolde, Stockrose, Storchenschnabel, Trollblume, Zinnien.
  • Herbst:
    Aster, Schmuckkörbchen, Dahlie, Sonnenbraut, Lampionblume.
  • Kräuter:
    Salbei, Pfefferminz, Thymian, Rosmarin.

Die Aufzählung ist zugegebenermaßen völlig willkürlich und spiegelt das wider, was ich kenne und mir gefällt. Da es keine Vorgabe gibt, wie ein „richtiger“ Bauerngarten zu sein hat, kann jeder das auf seine Liste nehmen, was ihm für seinen Bauerngarten passend erscheint.

Wenn das Beet ganz neu angelegt werden soll, kann eine der Aufgaben sein, im Frühjahr aufmerksam die Werbebeilagen der örtlichen Baumärkte und Lebensmittel-Discounter zu lesen. Mittlerweile gibt es dort im zeitigen Frühjahr – also dann, wenn es noch viel zu früh ist, um die Pflanzen auch einzusetzen und man sie erst noch im Haus frostfrei zwischenlagern muss – oft ein gutes Angebot an preisgünstigen Stauden. Die heißen dann zwar oft nur „Mädchenauge“ und haben keinen 10silbigen lateinischen Namen, kosten aber auch nur ein Bruchteil des gleichen Angebotes von spezialisierten Staudengärtnereien. Für ein neues Beet braucht man richtig große Menge an Pflanzen. Das dürfen dann gerne mal 15 Mädchenaugen sein. Auf diese Weise lässt sich eine größere Fläche günstig bepflanzen und die Pflanzen, bei denen es einem wirklich wichtig ist eine ganz bestimmte Sorte zu pflanzen, bestellt man dann gezielt in der Staudengärtnerei und bekommt so genau die Trollblume die man haben wollte und den Phlox in der richtigen Farbe und Höhe.

Ich wähle daher mittlerweile den „Weg der beiden Extreme“: Entweder ganz einfache NoName-Stauden oder sehr gezielt in einer guten Staudengärtnerei bestellen. Ich habe bisher bei der „Staudengärtnerei Gräfin Zeppelin“ bestellt, aber von der „Staudengärtnerei Gaissmayer“ und „Rühlemanns Kräuter & Duftpflanzen“ habe ich auch viel Gutes gehört und es macht wohl keinen Unterschied, welchen der Spezialisten man als seinem Stauden-Lieferanten auswählt.

Bauerngarten 2011 (19)

Die ersten Arbeiten

„Sobald der Boden frostfrei ist, lockert man ihn auf und entfernt alle Wildkräuter“. So lese ich es immer wieder gerne in den verschiedensten Ratgebern zur Anlage eines Staudenbeetes. Ja, haben die das denn mal ausprobiert? Wissen die denn, wie viel Arbeit das ist? Gibt es denn wirklich keine Möglichkeit die Anlage eines Staudengartens auf realistische Weise zu beschreiben?

Außerdem, weshalb eigentlich im Frühjahr, wenn der Boden noch nass und schwer ist und es jede Menge anderer Arbeiten zu tun gibt, die genau jetzt getan werden müssen? Der Plan ist gemacht und die ersten Stauden sind vielleicht auch schon gekauft. Das reicht im Frühjahr völlig aus. Für die Umsetzung der Erdarbeiten, wartet man dann auf eine Schönwetter-Periode im Frühsommer. Tage an denen man lange und gerne draußen ist und zwischen den Arbeiten zur Tee-Pause im Schatten sitzt.

Das könnte dann in etwa so klingen:

  • Nehmen Sie sich im Frühsommer wenigstens an vier Wochenenden jeweils einen ganzen Tag Zeit um die grundlegenden Arbeiten auszuführen.
  • Rechnen Sie damit, dass Sie im Herbst und in den Folgejahren immer wieder Zeit brauchen, um die Pflanzung zu ergänzen, zu korrigieren und nach zu pflanzen.

Tipp 1: Planen Sie viel Zeit ein! Ein völlig neues Staudenbeet ist eine Jahresaufgabe und nichts für ein langes Wochenende.

Den ersten Sommer habe ich mit dem zugebracht, was in den üblichen Gartenratgebern mit dem obigen Satz zu den Wildkräutern beschrieben ist. Davon, dass man erst einmal eine riesige Wurzel ausgraben muss oder dass das Umsetzen einer 10 Jahre alten Eibe schon mal den halben Sommer in Anspruch nehmen kann, steht da irgendwie so gar nichts. Auch wie lange es dauert, fünf Tonnen Mutterboden von der Einfahrt in den Garten zu transportieren, wird nicht erwähnt. Sicher wird nicht jeder Gärtner genau an der Stelle, an der ein neues Beet gestalten möchte, eine Eibe vorfinden, aber es macht deutlich, dass es die verschiedensten Dinge gibt, die bedacht werden müssen. Einige davon kosten erhebliche Mengen Zeit und Muskelkraft – wenn man sie selbst macht. Damit ist man bei einer weiteren wichtigen Frage: „Was mache ich selbst und für was hole ich mir Profis mit Mini-Bagger?“ Wenn auf einer Fläche von 5 mal 8 Metern 5 Zentimeter Grasnarbe/Wildkräuter entfernt werden und danach 15 Zentimeter Mutterboden neu aufgefüllt werden sollen, ergeben das 2000 Liter Grasnarbe, die zur Kompostanlage gebracht werden müssen, sowie 7 bis 8 Tonnen Mutterboden, der irgendwie erst zum Garten und dann auf das Beet kommen muss. Zum Vergleich: Ein handelsüblicher VW Golf hat ein normales Kofferraumvolumen von 380 Litern und eine zulässige Beladung von 0,5 Tonnen.

Tipp 2: Beginnen Sie mit einer realistischen Einschätzung des Arbeitsaufwandes.

Meiner Meinung nach ist es sinnvoll, ein Staudenbeet über mehrere Jahre anzulegen. Den Pflanzplan hat man ja bereits im vergangenen Herbst erstellt und die ersten Stauden sind gekauft und warten auf ihr neues Zuhause. Im ersten Frühjahr bepflanzt man nur etwa die Hälfte der geplanten Fläche. Von der geplanten Artenvielfalt wählt man fünf bis acht Sorten aus und setzt von jeder Sorte mehrere oder gar zahlreiche Pflanzen. Nun stellt sich natürlich die Frage, weshalb die Hälfte der Fläche frei bleiben soll und was man mit damit macht, damit sie nicht verunkrautet. Für letzteres könnte eine Möglichkeit ständiges Mulchen mit Rasenschnitt oder Rindenmulch sein. Ich sage bewusst „könnte“, da ich es selbst leider nicht ausprobiert habe. Aber mit meiner aktuellen Erfahrung, halte ich das für sinnvoll. Doch warum nicht gleich ein richtiges Beet bepflanzen, alles fertig machen und richtig fett die Nachbarn und die Schwiegereltern beeindrucken? Ganz einfach: Damit es in den nächsten Jahren auch noch gut aussieht!

Ganz egal, wie gut die Planung ist, die Pflanzen entwickeln sich an jedem Standort etwas anders. Wenn dies zudem das erste Staudenbeet ist, das man anlegt, so wird man noch die eine oder andere Überraschung erleben. Manche Pflanzen sahen doch im Katalog oder im Gartencenter so wunderschön aus und die Beschreibung im Internet passt ganz exakt zu genau diesem Garten. Tja, nur halten sich die Pflanzen dummerweise nicht unbedingt an diese Beschreibungen. Daher lohnt es sich von Anfang an damit zu rechnen, noch Korrekturen vornehmen zu müssen.

Ein weiterer Satz, der gerne und hübsch bebildert in Anleitungen zu Staudenbeeten auftaucht, ist folgender: “Bedenken Sie, dass es sich bei der Neuanlage eines Staudenbeetes lohnen kann, ein Unkrautvlies unterzulegen”. So vernünftig und nachvollziehbar das auch klingen mag, es ist leider Unsinn. Pflanzen, die man nicht in diesem Beet haben will wie etwa Löwenzahn und Vogelmiere, lassen sich von Unkrautvlies überhauptgarkeinbisschen abschrecken. Um Unkräuter abzuhalten ist ein Unkrautvlies also sinnlos und bei den zu erwartenden Korrekturen stört es ungemein. Ich habe den kompletten zweiten Sommer gebraucht, um das Unkrautvlies wieder los zu werden.

Tipp 3: Legen Sie auf gar keinen Fall ein Unkrautvlies unter!

Bauerngarten 2012 (05)

Mittsommergarten

Von Juni bis etwa August bekommt man einen guten ersten Eindruck von der neuen Pflanzung. Viele Pflanzen sind inzwischen kräftig gewachsen und stehen in voller Blüte: Akelei, Margerite, Sterndolde, Mohn, Glockenblume, Pfingstrose, Rittersporn, Trollblume, Salbei. Bei einigen ist die Blütenpracht zwar auch schon wieder vorbei, dennoch ist diese Zeit vor Allem dem Genuss gewidmet! Schauen – genießen – wohlfühlen! Es gibt wenig zu tun und man kann sich an dem inzwischen Erreichten freuen.

Vieles braucht nun eine Stütze: Salbei, Sonnenhut, Mohn und Sonnenbraut. Lange fand ich die sogenannten Mondstützen eher hässlich, aber sie sind praktisch und sie fügen sich unauffällig in das Beet ein. Es gibt wunderschöne Stützen aus Holz mit kreisrund gebogenen Halterungen aus Bambus. Für einige wenige Pflanzen, die besonders ins Auge fallen oder an anderer Stelle im Garten einzeln für sich stehen, ist das eine gute Sache. Wenn es um ein ganzes Staudenbeet geht, ist eher eine Schar von unauffälligen Helfern gefragt.

Bauerngarten 2012 (27)

Herbst im Staudengarten

In dieser Zeit brauche ich nur einmal durch den Garten zu gehen und schon springen mich die verschiedensten Aufgaben an! Einige Stauden möchte ich umpflanzen, solange ich noch sehe, wie viel Platz sie brauchen und wie sie blühen. Jetzt macht es sich bezahlt, kein Unkrautvlies zu haben!

  • Echinacea neben der Aster entfernen.
  • Mehr Phlox einpflanzen! Phlox ist eine so wunderbare und freundlich altmodische Pflanze!
  • Storchenschnabel ganz bewusst verwildern lassen. Seit es lange blühende Arten gibt, ist das eine gute Möglichkeit Löwenzahn und Vogelmiere in Schach zu halten.
  • Endlich kommen die Helenieae alle an einen Platz und werden nicht mehr von der Echinacea erdrückt.
  • Mädchenaugen umsetzen. Sie sind zu hoch für die erste Reihe des Bauerngartens.

Im Herbst des ersten Jahres sieht man, was sich gut entwickelt hat, wo man zu sparsam war und noch Pflanzen dazu setzen muss und wer sich zum Wucherer entwickelt hat und kräftig zurückgedrängt werden muss. Bei mir sind die Wucherer Echinacea und Mohn. Beide sind wunderschön und ich erfreue mich sehr daran – aber sie brauchen klare Grenzen, sonst habe ich in zwei Jahren nichts anderes mehr. Sonnenbraut (Helenium) und Phlox haben sich zu meinen absoluten Bauerngarten-Lieblingspflanzen entwickelt. Von beiden setze ich weitere Exemplare. Besonders beim Phlox ist die Auswahl schier endlos! Vielleicht eine eigene Ecke nur in weiß?

Gartenbuch-Notiz: (25. Oktober 2014) Ich sitze mit einem Tee im Bauerngarten. Der Bauerngarten ist wirklich schön geworden. Anders als ich es geplant hatte, aber die Grundidee ist gleich geblieben: Links eher Kräuter, rechts eher Stauden, dazwischen ein kleiner Weg und eine Bank. Ich bin überrascht, wie gut sich die Stauden entwickelt haben und dass noch recht viel blüht. Besonders die Astern haben mich überrascht.

Ich habe ein Buch mit nach draußen genommen, eines das einfach nur schön ist und dahinplaudert. So sitze ich in der milden Herbstsonne. Neben mir die bunten Blätter einer Felsenbirne. Vor mir die Ergebnisse der eigenen Arbeit in diesem Jahr.

Bauerngarten 2012 (15)

Unterpflanzung

Während vieles zur sogenannten Höhenstaffelung geschrieben wird, blieb mir die zeitliche Staffelung lange Zeit unbekannt. Vielen Dank an Isabelle van Groeningen von der „Königlichen Gartenakademie in Berlin“, die einem Gartenkurs diesen Gedanken vorgestellt hat. Mit „zeitlicher Staffelung“ ist gemeint, Pflanzen so zu kombinieren, dass die diejenigen, die bereits verblüht sind, von später blühenden Pflanzen überwuchert werden. Dieser „Trick“ sorgt (1) dafür, dass immer etwas blüht und (2), dass man keine Arbeit mit verblühten und verwelkenden Blüten und Blättern hat.

Am einfachsten lässt sich solch eine zeitliche Staffelung mit Zwiebelblumen erreichen. Die blühen zeitig im Jahr, und während die Tulpenblätter unansehnlich werden, man sie aber tunlichst nicht abschneiden soll, werden sie wie von Wunderhand von den Stauden überwuchert. Einfach, aber sehr wirkungsvoll! Und wenn man im Laufe der Jahre mehr und mehr Erfahrung hat, kann man sich dann auch mit der Höhenstaffelung beschäftigen und die Stauden nach Wuchshöhe im Beet verteilen. (Sagte ich bereits, dass man vielleicht noch einmal umbauen wird?)

Außer den ersten Korrekturen ist der Herbst also auch die Zeit für die Ergänzung des Staudenbeetes durch Zwiebelblumen. Die frei gebliebenen Flächen lassen sich nun nutzen, um mit Schlüsselblumen, Kugelprimeln, Scilla, Narzissen, Tulpen, Schachbrettblumen oder was auch immer man an Frühblühern mag, das Staudenbeet zu ergänzen und im zweiten Frühjahr schon erste Blüten zu haben, während die Stauden gerade erst austreiben.

Tipp 4: Pflanzen Sie im ersten Herbst große Mengen Zwiebelblumen zwischen die Stauden.

 

Das zweite Jahr: Reparatur, Korrektur & Weiterentwicklung

Gartenbuch-Notiz: (10. März 2015) So langsam beginnt die Natur sich zu regen. Auch wenn kein Frost oder Schnee war, so hat doch lange nichts geblüht. Im Staudenbeet treiben schon zahlreiche Stauden neu aus. Sowohl die gut eingewachsenen, als auch die frisch gesetzten. Bei allen Stauden, die bereits austreiben, schneide ich die vertrockneten Triebe aus dem letzten Jahr ab. Ich hatte es bisher für sinnvoll gehalten, sie stehen zu lassen, aber mir wird nun klar, dass es zusätzliche Arbeit ist, die Stängel erst im Frühjahr zu schneiden und nicht im Herbst, wenn das Jahr zu Ende geht und ich es mir einteilen kann. Nun muss es alles ganz schnell gehen: Die Einjährigen müssen gesät werden, die Gemüsebeete müssen vorbereitet werden und die Tomaten verlangen regelmäßige Aufmerksamkeit. Das ist alles sehr viel auf einmal. Da hilft es, Arbeiten, die ich im Herbst erledigen kann, nicht auch noch jetzt machen zu müssen.

Bauerngarten 2013 (12)

Die Staudensonnenblumen waren viel zu hoch. Ich hatte sie in großen Mörtelwannen als massive Wurzelsperre vergraben. Nun kann ich sie mitsamt der Wurzelsperre ausgraben und neben die Dahlien setzen. Im Sommer blühen dann die Staudensonnenblumen und im Herbst schließen sich daneben die Dahlien an.

Der Rittersporn wirkt besser, wenn er in mehreren Pflanzen in einer Gruppe steht. Ich werde einen weiteren dazu setzen. Außerdem erdrückt ihn die übermütige Echinacea. Da müssen noch einige Exemplare weichen. Für Cosmea (Schmuckkörbchen) und Zinnien reserviere ich einen Platz, an dem ich Ende Mai die vorgezogenen Pflanzen einsetzen kann. Über das ganze Jahr kommen Ideen und Notizen hinzu. Manche davon kann ich gleich umsetzen. Für andere warte ich bis zum zweiten Herbst des Bauerngartens.

Bauerngarten 2012 (24)Die kleinere Hälfte meines Bauerngartens entwickelt sich währenddessen fast von alleine. Einzig die Akelei breitet sich zu sehr aus und beim Storchenschnabel, der unter einer Felsenbirne verwildert, möchte ich mich für eine andere Sorte entscheiden. Außerdem habe ich erst recht spät verstanden, dass die Sterndolde lieber Halbschatten als volle Sonne hat. Ich habe sie wohl gerade noch rechtzeitig umgesetzt und nun blüht sie aus voller Kraft!

Wenn man gezielt auf einige Irrungen und Wirrungen verzichtet, kommt man in nur zwei Gartenjahren zu einem eingewachsenen und gut entwickelten, romantischen Bauerngarten. Ich selbst habe doppelt so lange gebraucht und vielleicht dienen ja meine Erlebnisse dazu, dass andere sich zu viele Umwege ersparen kann.

Bauerngarten 2013 (19)


3 Gedanken zu “Eine Art Bauerngarten: Anleitung und Gedanken zur Gestaltung eines Staudenbeetes

  1. Ein schöner Artikel. Ich bin bestimmt schon im 5 oder 6. Gartenjahr, aber mit meinem Staudenbeet noch gar nicht zufrieden. Ich beneide Leute die einen Garten neu anlegen, ein fertiges Beet beim Gräfin von Zeppelin bestellen und im zweiten Jahr sieht alles topp aus. Vielleicht sollte ich auch alles wegschmeißen und neu anfangen. Ach lieber nicht, bis zur Rente habe ich noch 30 Jahre und bis dahin wird es hoffentlich :-)

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    1. Ich habe da mittlerweile so meine Zweifel, ob das funktioniert: Bei Gräfin Zeppelin bestellen und im zweiten Jahr ist alles topp. Ich vermute, man muss dann nicht nur dort bestellen, sondern man muss auch vorher von einem Profi planen lassen – und muss trotzdem ständig nachpflanzen. Ich bin gerade dabei eine neue Strategie umzusetzen. Statt Unkrautvlies zu verwenden, habe ich 15 ganz einfache Eimer im Baumarkt gekauft. Dort schneide ich die Hälfte des Bodens heraus, grabe sie komplett ein und setze die Stauden hinein. So bin ich zu jeder Jahreszeit sicher, wo die geplanten Stauden sind und kann alles andere (Quecke, Giersch, Gundermann…) großzügig ausrupfen. Selbst im Staudenbeet sitzen die Stauden ja nicht dicht an dicht, sondern es ist Platz dazwischen und im frühjahr bin ich oft unsicher, was denn nun Staude und was Unkraut ist. Ich hoffe, dass ich dies nun klarer trennen kann. Ansonsten bleibt mir wohl auch nur die Hoffnung es bis zur Rente im Griff zu haben. Zum Glück wird das Rentenalter ja regelmäßig erhöht, da bleiben noch ein paar Jahre ;-)

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      1. Die Eimer Strategie klingt interessant. Mir würde die allerdings nicht helfen, da ich meine Pflanzen meist selbst aussäe und daher recht gut kenne. Ich weiß genau, was Unkraut ist und was nicht. Aber rausziehen muss ich es deswegen trotzdem regelmäßig. Da ich gehört habe, dass Rindenmulch für Stauden nicht gut ist, Unkrautflies unpraktisch und Kies keine Option ist, bleibt mir nur die Lösung irgendwann alles so dicht zu haben, dass kein Unkraut mehr wachsen kann. Aber davon bin ich weit entfernt.
        Was Du auch vergessen hast zu erwähnen, sind die verschiedenen Ansprüche an den Standort und Boden. Daran scheitere ich in diesem trockenen Sommer gerade. Sonnig / halbschattig ist das eine, aber der Boden kann trotzdem trocken oder feucht sein. Wurzeldruck anderer Pflanzen wird unterschiedlich vertragen usw. Alles nicht so einfach ;-)
        Viele Grüße

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